Qualitätsfeststellung


Das breite inhaltliche Spektrum der Qualitätsmerkmale im Bereich der Kindertagesbetreuung und die verschiedenen Sichten darauf können nicht mit nur einem Qualitätsfeststellungsverfahren abgebildet werden. Zum multiperspektivischen und multimethodalen Qualitätsfeststellungssystem des KomNet zählen daher sieben einzelne Qualitätsfeststellungsinstrumente bzw. Qualitätsmanagementbausteine. Alle Instrumente wurden unabhängig voneinander entwickelt und erprobt. Sie werden im Qualitätserfassungsprozess auch zeitlich unabhängig voneinander eingesetzt, besitzen aber einen inneren inhaltlichen Zusammenhang, der eine umfassende und aufeinander bezogene Bewertung der Qualität in Kindertageseinrichtungen ermöglicht. Die Verfahren richten sich vorrangig auf die Einschätzung der Prozessqualität, die vor allem den pädagogischen Alltag und die Interaktion von Kindern und pädagogischen Fachkräften prägt, aber auch auf die Bewertung der Strukturqualität, der Orientierungsqualität und der Ergebnisqualität.

Mittels einer vom IFK entwickelten Checkliste werden die vorliegenden Einrichtungskonzeptionen auf notwendige Inhaltskriterien hin analysiert. Im Ergebnis wird verdeutlicht, welche Themen in der Konzeption bereits dargelegt sind und wobei noch Ergänzungsbedarf besteht. Die Checkliste dient zum einen der Unterstützung von Leitungskräften und pädagogischen Teams bei der Neu- bzw. Weiterentwicklung einer Kita-Konzeption. Zum anderen haben die Kitas selbst wie auch Kita-Träger und extern beauftragte Fachexperten mittels dieser Checkliste die Möglichkeit, eine effektive Überprüfung notwendiger Inhaltskriterien bereits bestehender Konzeptionen vorzunehmen. Die vorliegende Checkliste ist damit ein Instrument sowohl zur internen als auch zur externen Qualitätsanalyse. Die IFK-Checkliste basiert auf dem SGB VIII und dem Brandenburger Kindertagesstättengesetz (KitaG). Weitere Bezugspunkte bilden die „Arbeitshilfe zur Erstellung der pädagogischen Konzeption für eine Kindertagesstätte“ des Unterausschuss Kindertagesbetreuung des Landesjugendhilfeausschusse des Landes Brandenburg, das Bundeskinderschutzgesetz, die Grundsätze de elementaren Bildung sowie die Hortbausteine.

Dieser Methodenbaustein umfasst die Einführung und die Sicherung eines für Kinder, Eltern, das Team und den Träger zufriedenstellenden Umgangs mit Ideen und Beschwerden. Rückmeldungen in Form von Lob, Kritik oder Verbesserungsvorschlägen sollen als Chance wahrgenommen und genutzt werden, um eine kritische Einschätzung zu den verschiedenen Qualitätsmerkmalen zu erhalten und die Einrichtungsqualität weiter zu verbessern.

Die pädagogischen Fachkräfte setzen sich mit ihren persönlichen Stärken und Schwächen im Umgang mit den Kindern, im Team sowie mit der fachlich-didaktischen Qualität ihrer Arbeit auseinander. Um sich ihrer pädagogischen Orientierung bewusst zu werden, formulieren sie zunächst ein Idealbild, das im Team diskutiert wird. Im Anschluss daran erfolgt die Einschätzung der eigenen Arbeit sowie eine ergänzende Perspektive im Rahmen einer kollegialen Beratung. Aus den Ergebnissen werden persönliche und teambezogene Ziele für die alltägliche Arbeit formuliert.

Im Rahmen einer Online-Befragung schätzen die pädagogischen Fachkräfte ihre Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen sowie mit der Zusammenarbeit mit der Leitung, den Eltern, dem Team, den Kooperationspartnern und mit dem Träger ein. Die Leitung der Einrichtung stellt in einem Leitfadeninterview ihre Perspektive auf die verschiedenen Qualitätsbereiche dar. Weiterhin werden die Einschätzungen des Kita-Teams zur Trägerqualität sowie Anregungen der pädagogischen Fachkräfte mit dem Träger der Kindertagesstätte mittels eines Leitfadeninterviews diskutiert.

Die Eltern werden anhand eines Online-Fragebogens gefragt, wie zufrieden sie mit der Organisation der Kita, den Bildungsangeboten, der Zusammenarbeit mit dem Kita-Team und der Sicherheit sind. Außerdem haben die Eltern die Möglichkeit, Vorschläge und Ideen zu äußern, wie die Bildungs- und Betreuungsangebote weiterentwickelt werden sollten.

Die Kinder werden mithilfe des computergestützten Frage-Antwort-Spiels KIWIE-KIT (Kindliche Wahrnehmung von Interaktion mit Erziehungspersonen) dazu befragt, wie wohl sie sich in der Einrichtung fühlen, wie sie die pädagogischen Fachkräfte in verschiedenen Alltagssituationen (z. B. Kooperation, Konflikt, Kummer, Spaß) erleben, ob sie gern mit den anderen Kindern zusammen sind und wie sie die anderen Kinder erleben. Auch zu strukturellen Rahmenbedingungen (z. B. Räume, Ausstattung) und pädagogischen Angeboten können die Kinder ihre Meinung äußern. Im Anschluss an die standardisierte Befragung findet eine Gruppendiskussion mit den Kindern statt, in der sie erläutern, was ihnen besonders gut bzw. gar nicht gefällt. Darüber hinaus haben die Kinder die Möglichkeit, Ideen und Vorschläge zur Verbesserung zu äußern.

Mithilfe der Externen Beobachtung der Betreuungs- und Bildungsqualität (ExBB) werden die pädagogischen Fachkräfte beim alltäglichen Umgang mit den Kindern und bei der Unterstützung kindlicher Bildungsprozesse systematisch beobachtet und anhand von standardisierten Kriterien durch externe Beobachtungspersonen eingeschätzt. In dem an die Beobachtung anschließenden individuellen Auswertungsgespräch werden die Stärken der Fachkräfte betont und Empfehlungen zur Optimierung des Interaktionsverhaltens beraten.